| Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen 2001 |
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| Claudia Topp |
Hilft Fernsehen Kindern, sich in ihrer Alltagswelt
und in ihrem Sozialleben zu orientieren?
Kinder wachsen heute in einer zunehmend differenzierten Gesellschaft auf. Das
bedeutet unter anderem, dass viele im Vergleich zu früheren Jahrzehnten nicht
mehr in tradierten Bindungen wie der traditionellen Kleinfamilie („Mutter-Vater-Kind“)
leben. Hinzu kommt, dass Eltern vermehrt beide berufstätig sind und der Kindergarten,
neben anderen Institutionen zu ihrer alltäglichen Umgebung gehört. In den Kindergärten
und Schulen sind sie nicht mehr nur von deutschen Kindern umgeben, die ethnische
Vielfalt ist für sie alltäglich.
Im Zuge der Differenzierung von Gesellschaft wachsen Kinder in sozialen Feldern
auf, die sich in ihren Lebensvorstellungen und -formen stark voneinander unterscheiden.
Dabei haben diese Felder den Charakter eigener und unterschiedlicher Lebenswelten
und Alltagskulturen, die auch eine jeweils eigene und individuelle Lebensgestaltung
fordern.
Gesellschaftliche Differenzierung drückt sich in einer Vielzahl von Lebensstilen,
sozialen Milieus, Subkulturen und Lebenswelten aus.
„Von dieser Entwicklung, der zunehmenden Auflösung sozialer Milieus und
verbindlicher kultureller Traditionen, sind Kinder ganz unmittelbar betroffen.
Sie können nicht mehr ohne weiteres auf gesicherte Orientierungsleitfäden
für den Alltag zurück greifen. Ihnen werden neuartige Integrationsleistungen
und mehr Selbständigkeit abverlangt.“[1]
Hier besteht jedoch die Gefahr der Orientierungslosigkeit, je differenzierter
die verschiedenen Lebensbereiche sind, aus denen das Kind einzelne Elemente
zur Subjektkonstitution zusammenfügen muss[2].
Um sich in diesem Geflecht von unterschiedlichen Lebensformen und Denkweisen
zurechtzufinden und orientieren zu können, greifen Kinder immer wieder auf Modelle
zurück, die ihnen die Suche nach der eigenen Identität erleichtern. Häufig und
zumeist unbewusst suchen Kinder Orientierungshilfen im Fernsehen, das als fester
Bestandteil in ihrem Alltag integriert und immer noch Leitmedium Nummer 1 ist.
Aus diesem Angebot greifen Kinder das auf, was sie gerade zur „Bewältigung“
ihrer aktuellen Lebenssituation benötigen.
Wo finden Kinder klärende Angebote, die ihnen helfen können die aktuelle
Entwicklung der Gesellschaft und der Kultur zu verstehen und Weltanschauungen
und Meinungen einzuordnen?
Die Beispiele
aus dem Jahr 2000 entstammen alle dem expliziten Kinderfernsehen, allerdings
erwies sich dies als eine zu starke Einschränkung, insbesondere in Bezug auf
die „Hits der Kids“, so dass für die Stichprobe im Jahr 2001 das
gesamte Programm für die Analyse berücksichtigt wurde.
So wurden aus der Stichprobe im Mai 2000 zunächst typische Beispiele aus dem
expliziten Kinderfernsehen herausgefiltert und einige, exemplarisch ausgewählte
Sendungen zur sozialen Orientierung analysiert. Da die Fernseh-Primetime der
Kinder zwischen 18.45 und 20.00 Uhr liegt[3] und in diesem Zeitpunkt nur noch der Ki.Ka (bis 19.00 Uhr) und
SuperRTL explizites Kinderprogramm senden, werden für die Stichprobe im Jahr
2001 auch die Sendungen des übrigen Programms unter dieser Fragestellung betrachtet.
Das sind Sendungen, die
- gesellschaftlich-kulturelle Themen
- typisch ethnisch-kulturelle Lebensweisen und
- alternative Formen der Lebensgestaltung
(Stilausprägungen und ästhetische Ausdrucksformen)
behandeln.
An die Beschreibung des Fernsehangebots schließt die Betrachtung desselben
aus der Perspektive der Kinder an, die „Hits der Kids“
bei Angeboten zur sozialen Orientierung.
Angebot zu gesellschaftlich-kulturellen Themen
Es gibt zahlreiche erklärende Angebote im Fernsehprogramm, die Kindern
helfen die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft und der Kultur zu verstehen,
um Weltanschauungen und Meinungen einordnen zu können.
Diese expliziten Angeboten[4] finden sich vornehmlich in Sendungsformen
wie Magazinen, Clubs und Nachrichten. Wirklich interessant und sinnvoll für
Kinder sind nur solche Sendungen, deren Inhalte für sie nachvollziehbar und
verständlich sind.
Im expliziten Kinderfernsehen gibt es Nachrichten und Magazine, die versuchen,
Kindern durch erklärende Grafiken und eine klare und einfach zu verstehende
Wortwahl über die aktuelle Tagespolitik oder bedeutende Ereignisse in der Gesellschaft
zu informieren.
Die Kindernachrichten Logo
(Ki.Ka.) geben einen Überblick über wichtige Themen der Tagespolitik und auch
solche, die für Kinder interessant sein können (Stars, Kinotipps, ...). Eine
schöne Ergänzung zu Logo
(Ki.Ka.) bot KIK-Kinderinfokiste
(ARD und Ki.Ka.), die in der Stichprobe in 2000 noch dabei war. Sie
bot Kindern eine Vertiefung zu einem ausgewählten Thema aus der aktuellen Tagespolitik.
Im Jahr 2001 findet sich in der Stichprobe stattdessen der Kinderweltspiegel.
Im Vergleich zu KIK, die eine vertiefende Funktion hat und aktuelle Geschehnisse
aus der Perspektive der Kinder schildert, bietet der Kinderweltspiegel
eher einen Blick in den Alltag von Kindern aus aller Welt. Politische und gesellschaftliche
Aspekte werden zwar auch erläutert, stehen aber nicht im Vordergrund und werden
auch nicht systematisch dargestellt. Während KIK ein Thema von gesellschaftlichem
Interesse aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, indem neben Experten
und Kindern auch Comic-Figuren zu Wort kommen, die den Inhalt der Sendung spielerisch
behandeln und das ernste Thema etwas auflockern, werden im Kinderweltspiegel
die einzelnen Beiträge aneinander gereiht. Kinder können sich zwar an der Sendung
beteiligen, indem sie Bilder malen, die anschließend an die Kinder im Ausland
verschickt werden, sie können die Länder aus denen die vorgestellten Kinder
kommen räumlich jedoch nicht einordnen, weil kindgerechte Grafiken fehlen. Auch
wenn in der Sendung das Land Kirgisien auf einer Landkarte gezeigt wird, können
Kinder (und wahrscheinlich sogar viele Erwachsene) die geografische Lage nicht
einordnen. Indem KIK im Gegensatz dazu ein Thema aus der vorausgehenden
Nachrichtensendung „für Erwachsene“ aufgreift, hilft es Kindern
die dort angesprochenen Themen besser zu verstehen und vielleicht auch aus den
Nachrichtenbildern hervorgehende Ängste abzuschwächen.
PUR (ZDF) ist ein Magazin für Kinder, das gesellschaftliche und freizeitorientierte
Themen beinhaltet. In der Folge aus der Stichprobe des Jahres 2001 erfahren
Kinder alles über BSE, von der Geschichte der Ausbreitung des Virus, über betroffene
Bauern und ihre Familie, der Wirkung auf den Menschen bis hin zu Tipps für den
Alltag. Die Sendung bedient sich dabei unterschiedlicher Elemente. So besteht
das Moderatoren-Team aus der frechen Petty, einem Zeichentrickmädchen, und Jo,
ihrem menschlichen Kollegen. Gemeinsam führen sie durch die Sendung, Jo besucht
Experten und befragt Kinder und Erwachsene auf der Straße. Berichte von und
mit Kindern erläutern die unterschiedlichen Aspekte zu diesem Thema, wie z.B.
die Folgen von BSE für ein Bauernmädchen und ihre Familie oder auf welche Lebensmittel/
Inhaltstoffe beim Einkauf geachtet werden sollte. Komplizierte biologische bzw.
medizinische Vorgänge werden durch vereinfachte Zeichentrickdarstellungen erläutert,
so z.B. die Wirkung von BSE auf den Organismus von Kühen.
Die Aktiv-Boxx
vom Kinderkanal verbindet aktuelle Themen aus der Gesellschaft mit den Themen
der Kinder. In der Folge aus der Stichprobe des Jahres 2001 geht es um Fremdenfeindlichkeit.
Eingeladen sind eine Schulklasse und ein Experte, der sich zu diesem Thema engagiert
und mit Schulklassen darüber ins Gespräch kommt. Der Moderator Kai Blumenthal
fordert die zuschauenden Kinder schon zu Beginn der Sendung auf, sich telefonisch,
per Fax oder E-Mail an der Sendung zu beteiligen und ihre Meinung zu äußern
oder von Erfahrungen zu berichten. Auch wenn die Sendung sich bemüht, unterschiedliche
Perspektiven zu berücksichtigen und Kinder selbst zu Wort kommen, wirkt das
ganze eher wie eine Schulstunde im Fernsehen. Der „jugendliche Lehrer“
gibt einen Impuls, indem er z.B. fragt, wie die Kinder sich denn im Ausland
fühlen würden, und die „Schüler“ (die Studiogäste werden schließlich
auch als Schulklasse vorgestellt) geben artig ein Handzeichen, wie in der Schule,
und beantworten die Frage. Ergänzend werden ausländische und deutsche Kinder
gezeigt, die über eigene Erfahrungen berichten. Auch Aktionen, wie „Together
big“ oder eine Schulklasse, die Brieffreundschaften mit Schülern aus Gambia
aufrecht erhält, werden vorgestellt. Eine Sendung in dieser Form ist sicher
interessant und ermutigend für Kinder, die sich vorgenommen haben, ihren Mitschülern
bzw. –bürgern zu helfen. Die sehr pädagogische und dialoglastige Aufmachung
der Sendung bietet Kindern, die diese Form der Auseinandersetzung mit Themen
nicht gewohnt sind jedoch keine attraktive Lösung um sich diesem Thema zu nähern.
Inwiefern Kinder die zahlreichen politischen und gesellschaftlichen Sendungen
und Magazine für Erwachsene verstehen, wenn sie diese gemeinsam mit ihren Eltern
oder anderen Erwachsenen sehen, ist abhängig von der Erklärungskompetenz dieser
Erwachsenen. Vorrangig bei der Rezeption dieser Sendungen ist wahrscheinlich
eher der zwischenmenschliche Aspekt, die Rezeptionssituation gemeinsam mit den
Eltern gemütlich auf dem Sofa sitzend. Natürlich sehen Kinder auch Magazine
aus dem Erwachsenen-Programm, die sich auf gesellschaftliche Themen beziehen.
Dies sind dann allerdings eher Sendungen aus dem Infotainment-Bereich wie z.B.
Explosiv (RTL)[5]. Solche
Sendungen sind eher an persönliche Schicksale gekoppelt, wobei der sozial-politische
oder gesellschaftliche Aspekt nicht weiter erläutert wird. Kinder mögen solche
Sendungen, weil sie etwas über andere Menschen und ihre Schicksale erfahren[6]. Die Sendungen bedienen sich anderer Gestaltungsmittel als die
klassischen Informationssendungen. Geschichten einzelner Menschen werden mit
dramaturgischen Mittel inszeniert. Dass es hier nicht um wichtige gesellschaftliche
oder politische Themen geht, ist für Kinder nicht wichtig. Viele finden die
Berichte spannend, unterhaltsam und auch lehrreich.
Angebot zu typisch ethnisch-kulturellen Lebensweisen
Themen wie Integration und Fremdenfeindlichkeit tauchen in unterschiedlichen
Zusammenhängen in den Medien auf. Sendungen, die Kindern helfen könnten die
ethnisch-kulturelle Differenzierung der Gesellschaft und entsprechende unterschiedliche
Lebensweisen zu verstehen sind jedoch selten.
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| Trailer für Aktiv Boxx |
LOGO |
Trailer für Schloss Einstein |
Eine für Kinder verständliche Sendung, die das Leben in Kulturen und Ländern
aller Welt beschreibt und erklärt ist der Kinderweltspiegel
(ARD). Wie im Weltspiegel der Erwachsenen führt auch hier eine erwachsene Frau
durchs Programm und kündigt die Sendungen mit einer kurzen Überleitung an. Die
Berichte handeln von Kindern und ihrem Alltag. In der Folge der Stichprobe 2001
sind es Geschichten über Kinder aus Italien, Kirgisien, Rumänien, der Ukraine
und Südafrika, die erzählt werden. Die Berichte geben einen Einblick in den
Alltag der Kinder, sei es das Schlittschuhtraining, für das ein halbes Monatsgehalt
geopfert wird oder der Alltag in einer Wohngemeinschaft der Stiftung „Parada“,
die ehemaligen Straßenkindern die Chance zu einer Ausbildung und einem halbwegs
normalen Leben verhilft. Obwohl es sich um eine Sendung für Kinder handelt,
wird der Kinderweltspiegel eher von Erwachsenen gesehen. Während nur 40.000
Kinder im Alter von 3-13 Jahren eingeschaltet haben, sind es im Vergleich dazu
280.000 Erwachsene (im Alter von 20 und aufwärts). Dies mag am ungünstigen Sendeplatz
liegen (Samstagmorgen um 11.00 Uhr, wenn auf den anderen Sendern auch „Kinderprogramm“
läuft) oder auch an der Darstellungsform, die sich sehr an den Wahrnehmungs-
und Wissensstrukturen der Erwachsenen orientiert.
Explizite Orientierungsangebote zu ethnisch-kulturellen Lebensweisen bieten
auch die Nachrichten. Diese sind für viele Kinder allerdings nicht immer verständlich
und bedürfen häufig der Erklärung Erwachsener. Auch wenn Nachrichten häufig
eine orientierende Funktion übernehmen können, indem sie über politische und
soziale Zusammenhänge berichten, muss diese nicht immer integrativ, d.h. förderlich
für das Verstehen und Respektieren von ausländischen Mitbürgern sein. So berichtete
die Tagesschau (ARD) am Sonntag, den 08. April 2001 zum Thema Integration
von einer Aufforderung der Ausländerbeauftragten in Berlin an die türkische
Bevölkerung in Deutschland. Frau John forderte die in Deutschland lebenden Türken
auf, sich besser in die Gesellschaft zu integrieren. Anstatt jedes Jahr 2-3
Milliarden DM in die Türkei zu überweisen, sollten sie lieber in ihre Ausbildung
investieren. In Berlin seien mehr als 40% der erwerbsfähigen Türken arbeitslos.
Immerhin 120.000 der 3- bis 13jährigen Kinder haben diese Nachrichtensendung
gesehen. Hier besteht die Gefahr, dass diese Information Menschen mit Vorurteilen
gegenüber Ausländern als Bestätigung ihrer ablehnenden Haltung entgegenkommt.
Auch wenn gerade mit Rücksicht auf die sinkenden Ausgaben für Bildung und vor
dem Hintergrund von PISA auf solche Missstände aufmerksam gemacht werden sollte,
und Eltern die Verantwortung, die sie für die Bildung ihrer Kinder tragen damit
bewusst gemacht werden kann, sollte dies eher diskursiv und weder polemisch
noch polarisierend erfolgen. Hätte die Tagesschau z.B. einen türkischen Mitbürger
gezeigt, der von der finanziellen Not seiner Familie in der Türkei berichtet,
würde dieser Bericht den Zuschauern eher eine diskursive Form der Präsentation
bieten.
Die Aktiv-Boxx
(Ki.Ka.) beschäftigt sich wie schon beschrieben zwar mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit,
doch werden hier nur die Berichte von „Opfern“ und Freunden von
ausländischen Kindern gezeigt. Wie Fremdenfeindlichkeit entstehen kann, wird
nicht deutlich erklärt. Vermutlich erreicht diese Sendung eher Kinder, die Ausländern
sowieso wohlgesonnen sind. Eine Sendung, die Verständnis für andere Kulturen
und ihre Menschen fördern möchte, sollte versuchen, diejenigen zu erreichen,
denen im Alltag der Zugang zu solchen Themen fehlt. Dies ist eine schwierige,
aber dennoch wichtige Aufgabe.
Die
Pfefferkörner (Ki.Ka, ARD) wurden im Jahr 2001 nur auf den Regionalprogrammen
der ARD ausgestrahlt. Die Serie bietet Kindern in Form einer Detektivgeschichte
einen Einblick in das Leben von Kindern in Hamburg, ihren türkischen Mitbürgern
und Freunden. Sendungen wie diese sind selten. Hin und wieder beachten auch
Soaps wie Schloss Einstein (Ki.Ka.), Fabrixx (ARD) oder Marienhof
(ARD) Themen von ausländischen Mitbürgern und ihre Lebensform, auch Konflikte
werden hier angesprochen.
Der Tigerenten-Club und Tabaluga-tivi sind Magazine mit wechselnden
Schwerpunktthemen. Im Jahr 2000 boten der Tigerenten-Club (Ki.Ka.) und
Tabaluga-tivi (ZDF) einzelne Programmelemente an, die über fremde Länder
und Kulturen berichteten. Diese Sendungen erreichten eine Sehbeteiligung von
290.000 (Länder der Welt) und 210.000 (Kabuera in Tabaluga-tivi)
bei den 3-13jährigen Kindern und gehörten zu den Hits der Kids. Im Tigerenten
Club aus der Stichprobe des Jahres 2001 geht es in erster Linie um das Thema
„Fliegen“, ein Helikopterflug zum Mont Blanc und Fallschirmspringen.
Die Beispiele zum Angebot von ethnisch-kulturellen Lebensweisen, die ein Verständnis
für fremde bzw. ausländische Kulturen fördern könnten, stammen aus dem öffentlich-rechtlichen
Programm. Offensichtlich bemühen sich diese Sender, eine explizite Auseinandersetzung
mit diesem Thema in das alltägliche Programm zu integrieren. Dennoch geschieht
dies in den meisten Fällen immer noch in einer Form, die sehr an Schule erinnert.
Wenn Kinder nach Schule, Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten im Verein oder
anderswo dann „endlich“ vor dem Bildschirm sitzen, wollen sie auch
unterhalten und nicht schon wieder belehrt werden. Insofern täte es dem Angebot
gut, wenn es sich ein Beispiel an den Pfefferkörnern oder spielerischen
Formaten wie dem Tigerenten-Club orientiert und Wahrnehmungsweisen und
Unterhaltungsbedürfnisse der Kinder noch stärker berücksichtigt.
Angebote zu alternativen Formen der Lebensgestaltung
Im Zuge der Ausdifferenzierung unserer Gesellschaft stehen Kinder einer
großen Vielfalt von Lebensstilen, sozialen Milieus, Subkulturen und Lebenswelten
gegenüber. Erwartet wird dabei von Erwachsenen wie auch von Kindern, sich in
der Gesellschaft sinnvoll zu verorten. Welchen Beitrag dabei das Fernsehen hier
durch das Angebot leisten kann wird im Folgenden exemplarisch beschrieben.
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| Big Brother |
Bravo Supershow |
Bravo TV |
Wie im Jahr 2000 leisten dies auch in der Stichprobe 2001 vor allem zwei
Formate: Magazin-Sendungen zu Lifestyle und Soaps. Bei den Magazin-Sendungen
handelt es sich um die sogenannten Trend-Magazine, die im expliziten Kinderfernsehen
hauptsächlich bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu finden sind.
In den Bereich Lifestyle gehören Sendungen wie Super, Metty! (SuperRTL),
Reläxx
(Ki.Ka), PUR (ZDF) und Bravo TV (RTL2). Sie berichten aus den
Bereichen Freizeit und Kultur, behandeln Themen wie Mode- und Musik-Trends und
präsentieren Stars aus der Musik-, Film- und Fernsehbranche. Super, Metty!
richtet sich insbesondere an jüngere Kinder und ist auch erfolgreich mit seinem
bunten Angebot aus nützlichen Tipps für den Alltag, Kochrezepten und Bastelanleitungen
und Gästen, die einer besonderen Tätigkeit nachgehen und davon berichten (z.B.
beschreibt ein Perückenhersteller wie eine solche Perücke hergestellt wird).
In der Folge aus der Stichprobe geht es um Schönheitswahn. Zu Gast sind zwei
Perückenhersteller und die damals aktuelle Miss Germany. Die Gäste erzählen
von ihrer Arbeit und verraten Schönheitstipps. Das Thema der Sendung wird mit
spielerischen Elementen aufgelockert, in denen Ikarus, eine vorlaute und lustige
Klappmaulpuppe, zum Beispiel einen Zaubertrank braut, der ihm zu Schönheit verhelfen
soll, ihm aber leider misslingst oder durch Mettys (Ikarus’ väterlicher
Freund in menschlicher Gestalt) Geschichte über Schönheitstricks. Witzige Elemente
wie die Verwandlung von Ikarus und Metty in Langhaarwesen durch den Zaubertrank
oder Ikarus’ lustige Sprüche verleihen der Sendung eine ungezwungene und
lockere Atmosphäre. Am Ende der Sendung begreift Ikarus, dass er sich ohne Schönheitsbemühungen
am besten gefällt. Bevor er sich von den Zuschauern verabschiedet, erinnert
er sie an den Internet-Führerschein, den Kinder bei SuperRTL erwerben können.
Der Umgang mit neuen Medien ist in dieser Sendung auch ein Thema an das Kinder
unterstützend herangeführt werden. Leider wird in dieser Sendung nur auf die
Möglichkeit des Erwerbs eines solchen verwiesen, ohne Kindern direkt am Bildschirm
zu demonstrieren bzw. mit ihnen zu erarbeiten, wie man sich am besten im Internet
zurechtfindet. Unter den oben genannten Sendungen ist Super, Metty! bei
Kindern mit einer Sehbeteiligung von 240.000 Kindern im Alter zwischen 3 bis
13 Jahren die am meisten gesehene.
Bravo TV (RTL2) bietet Kindern und Jugendlichen mit seinem Dr. Sommer-Team
die Möglichkeit Fragen aus dem Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen und
Sexualität beantwortet zu bekommen. In der 2001er Stichprobe erreichte die Sendung
allerdings nur 40.000 der 3-13jährigen Kinder. Die Bravo Super-Show 2001
(RTL), ein fast 3-stündiges Musik-Event mit angesagten Stars aus der Pop-
und Rockszene, erreichte in einzelnen Sendungsteilen eine Sehbeteiligung von
310.000 3-13jährigen Kindern.
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| Big Brother |
Sponsoring |
Big Brother - Die Entscheidung |
Auch die von RTL so betitelte Real-Life-Show „Big Brother – Die Entscheidung“
zeigte neben negativen Beispielen zu sozialen Verhaltensweisen auch, wie
man sich durch „Beliebt-Sein“ und Raffinesse durchsetzt. So wurde
Manu aus der ersten Staffel raus gewählt, weil sie gegen Zlatko intrigierte
und sich nicht in die Gruppe integrieren konnte.[7] In diesem Zusammenhang war es neben Themen wie
Gemeinsamkeit und Alltag allerdings auch die Neugier, wer es bis zum Ende schafft,
die der Sendung zu dieser Beliebtheit verhalf. Nicht zu unterschätzen ist hier
die Bedeutung der „Macht“ der Zuschauenden über die Entscheidung,
welcher der WG-Bewohner bleiben darf und wer rausfliegt. Wenn diese Macht allerdings
dazu verleitet, unbeliebte oder unangepasste Mitbewohner einfach aus dem Weg
zu räumen, bleibt nur die Hoffnung, dass zuschauende Kinder dies nicht als Orientierungshilfe
für ihr eigenes Leben werten. Die Ausgrenzung aufgrund nicht konformer Verhaltensweisen
wird vor allem von Kindern in der Orientierungsstufe wahrgenommen, „wo
die Anerkennung und das „In“- und „Out“-Sein oftmals
zu einem entscheidenden Orientierungsmoment werden.“[8] Pädagogen und Eltern wären hier aufgefordert
dieses Thema mit Kindern und Jugendlichen weiter auf zu arbeiten. Immerhin verfolgten
330.000 Kinder den 5. Auszug aus dem Big Brother-Haus.
Die älteren Kinder, insbesondere die 10- 13jährigen, orientieren sich hauptsächlich
am Programm der Erwachsenen wie z.B. Explosiv. Sie finden hier für sich
interessante Themen aus ihrer Alltagswelt wie z.B. Antworten auf die Frage „Wie
gehe ich mit SMS-Terror um?“ oder „Welches ist der neueste Modetrend
für diesen Sommer?“
Insbesondere Soaps greifen diese Alltagswelt der Kinder auf. Für sie werden
hier wichtige Themen behandelt, die ihren Alltag betreffen: wie gehe ich mit
Beziehungsstress um, welche Klamotten muss ich tragen, um „in“ zu sein, welche
Musik ist gerade angesagt, lesbisch/ schwul sein, ...
„In den Soaps werden Vorstellungen vom Umgang von Menschen miteinander
inszeniert. (...) Dabei zeigen die deutschen Soaps in einer potenziell liberalen
Grundeinstellung zu Themen wie Homosexualität oder HIV-Infizierung und einer
politischer Korrektheit orientierten Haltung.[9]
(...) Als symbolische Material zur Verhandlung von Werten kommt der Soap eine
dritte interaktive Funktion zu. Dabei stellen die gezeigten Handlungen und
Figuren symbolisches Material dar, anhand dessen Werte und Normen diskutierbar
werden und das eine Auseinandersetzung mit kritischen Themen möglich macht.
Soaps bieten inhaltlich neben den gängigen Beziehungsthemen auch typische
Jugendthematiken sowie gesellschaftlich relevante, kritische Themen an. Die
eigenen Meinungen und Vorstellungen von „richtig“ und „falsch“
werden im Rahmen der Folgekommunikation verbalisiert und mit denen des sozialen
Umfelds diskutiert.“[10]
In Soaps wie Schloss Einstein (Ki.Ka), Fabrixx (ARD) und Marienhof
(ARD) finden Kinder und Jugendliche zusätzlich zu sozialen Themen auch solche
zu alltagsästhetischen Formen wie Kleidungs-, Wohn- und Musikstilen. So werden
die unterschiedlichen Soaps wie GZSZ (RTL), Marienhof (ARD),
Verbotene Liebe (ARD) und Unter Uns (RTL) auch genutzt, um sich
bestimmten Gruppen stilistisch zuzuordnen[11].
Die „Hits der Kids“ bei Angeboten zur sozialen
Orientierung
Wie die beschriebenen Sendungen zeigen, gibt es aus Sicht der Erwachsenen
Angebote an Sendungen, die Kindern bei ihrer Verortung helfen könnten und ihnen
Orientierung für ihr Sozialleben bieten.
Die Hits der 3-13jährigen Kids liegen im Abendprogramm, was natürlich auch an
ihrer Alltagsorganisation liegt. Viele Kinder sind tagsüber nicht zu Hause,
weil sie in bestimmten Freizeitaktivitäten eingebunden sind und haben demnach
erst gegen Abend die Chance, vorm Fernseher zu entspannen[12].
Das Diagramm zeigt die Verteilung der Nutzung der 3-13jährigen Kinder im Tagesverlauf
der Stichprobentage über alle Sender. Die rote Kurve zeigt die Sehbeteiligung
am Donnerstag. Im Vergleich zum Wochenende bleibt die Sehbeteiligung am Vormittag
auf einem deutlich niedrigeren Niveau.
Fernsehnutzung der 3-13-Jährigen im Tagesverlauf an den Stichprobentagen
des Jahres 2001
Die Kinder sind in der Schule. Die Sehbeteiligung steigt erst ab ca. 18.00
Uhr über die 100.000er Grenze und liegt zwischen 18.00 und 20.15 Uhr, der
Zeit des Vorabendprogramms, sogar höher als am Wochenende. Allerdings lässt
die Sehbeteiligung nach 20.30 Uhr auch früher nach.
In dem Diagramm ist auch zu sehen, wie viele Kinder insgesamt abends vor
dem Fernseher sitzen – über 1.500.000 Kinder schauen zum Beginn der Prime
Time fern. Betrachtet man das „offizielle“ Kinderprogramm der Öffentlich-Rechtlichen
so erreichen gut gemeinte Sendungen wie Reläxx (150.000), PuR
(130.000), Logo (90.000), die Aktiv-Boxx (50.000) oder auch
der Kinderweltspiegel (40.000), die in der Woche nachmittags ausgestrahlt
werden, nicht annähernd so viele Kinder wie die Sendungen des Abendprogramms.
Im Vergleich dazu sehen 830.000 Kinder GZSZ, das damit auf dem ersten
Platz der Hitliste der 3-13-Jährigen liegt. Auch Die Dinos (Folge 34,
Teil 2: 720.000) und Alarm für Cobra 11 (Folge 1, Teil 1: 560.000)
konnten wesentlich höhere Sehbeteiligungen als die vorgestellten Sendungen
aus dem expliziten Kinderprogramm verzeichnen.
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| Bob, der Baumeister |
Die Dinos |
Gute Zeiten, schlechte Zeiten |
Ganz oben auf der Hitliste der Kinder stehen also Soaps, Serien und Rate-Shows.
Dennoch gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. Selbst die ganz Kleinen (3- 5
Jahre) finden im expliziten Kinderprogramm Angebote zur sozialen Orientierung,
die gut angenommen werden. Dazu gehören zum Beispiel Bob,
der Baumeister (SuperRTL) und Die
Jellabies (SuperRTL). Diese Programme beinhalten schon eine erste Orientierung
für soziale Handlungsmuster wie beispielsweise die Bedeutung der gegenseitigen
Unterstützung und sind von den Programmmachern auch mit dieser Intention (neben
der Unterhaltung) produziert.
Bei den 6- 9jährigen Kindern dominieren schon die Serien, Filme und Shows des
Vorabend- bzw. Abendprogramms wie z.B. Die
Dinos (Folge 37, Teil 2: 290.000), Notruf (Folge 304, Teil 2:
130.000), GZSZ (Teil 3: 180.000) oder auch Big Brother – Die
Entscheidung (140.000) die Hitliste. Bei vielen fiktionalen Sendungen sind
Momente der sozialen Orientierung implizit in die „Geschichte“ eingeflochten
und können daher für Kinder von Bedeutung sein. So erleben die Familienmitglieder
der Dinos z.B. alltägliche Geschichten, die auch einer „normalen“
(menschlichen) Familie passieren könnten. Dazu gehören Themen wie Verliebtsein,
Probleme mit dem Chef, Eheprobleme, Erziehung, Rollenverhalten und sogar der
Umgang mit dem Fernsehen.
Während die 3-9-Jährigen noch viele Sendungen aus dem expliziten Kinderfernsehen
sehen, orientieren sich die 10- 13-Jährigen fast ausschließlich am Programm
der Erwachsenen[13]. Auch hier favorisieren Kinder
Soaps und Serien: GZSZ (610.000), Alarm
für Cobra 11 (Folge 1, Teil 2: 420.000), Die
Simpsons (Teil 2: 370.000), Notruf (Folge 304, Teil 3: 240.000).
Es gibt geschlechterspezifische Genre- und Themenpräferenzen. Während Mädchen
eher Alltagsgeschichten bevorzugen, widmen sich Jungen den actionreichen und
wettbewerborientierten Genres[14]. So sehen die Mädchen beispielsweise besonders
gerne GZSZ (RTL), die Jungen eher Alarm für Cobra 11 (RTL). Dennoch
tauchen beide Sendungen bei Mädchen wie Jungen unter den ersten 20 meist gesehenen
Sendungen auf.
Im Vergleich zum Jahr 2000 ist in 2001 die Sehbeteiligung bei Serien und
Soaps, insbesondere von GZSZ, erheblich angestiegen. Solche Sendungen,
die sich mit sozialer Orientierung nicht explizit beschäftigen, sondern sie
in der Geschichte eingeflochten behandeln, bieten zur Zeit eher ein attraktives
Angebot für Kinder als die expliziten Angebote. Interessant ist jedoch, dass
auch im expliziten Kinderprogramm die Angebote zur sozialen Orientierung eine
höhere Sehbeteiligung als in der Stichprobe des Jahres 2000 verzeichneten.
So stieg die Sehbeteiligung bei den 3-13jährigen Kindern von Reläxx
von 60.000 auf 150.000, bei PuR von 100.000 auf 130.000 und bei Logo
von 80.000 auf 90.000.
Allerdings kommt die Sehbeteiligung dieser expliziten Angebote bei weitem
nicht an die der impliziten, wie sie in Form von Serien, Soaps und Spielfilmen
angeboten wird, heran. Selbst die Gruppe der 6- 9-Jährigen scheint sich schon
an den Vorlieben der älteren Kinder zu orientieren. Während GZSZ im
Jahr 2000 nur von 90.000 Kindern in dieser Altersgruppe gesehen wurde, sind
es im Jahr 2001 schon 180.000.
Die hohe Sehbeteiligung der Abendprogramme und die steigende Sehbeteiligung
expliziter Angebote im Kinderprogramm legen die Vermutung nahe, dass explizite
Angebote zur sozialen Orientierung mit einem besser positionierten Sendeplatz
mehr Kinder erreichen würden. Diese These wird sich vielleicht mit der Stichprobe
2003 bestätigen lassen, da der Kinderkanal in der seit dem 01.01.2003 hinzugewonnen
Zeit zwischen 19.00 und 21.00 Uhr Sendungen wie Logo usw. platziert hat. Die
Vorliebe für „attraktiv“ inszenierte Boulevard-Magazine wie Explosiv und
Sendungen wie Notruf sollte Anlass zu Überlegungen sein, wie man Sendungen
mit orientierendem Anspruch für Kinder ansprechender gestalten könnte.
[1]Hengst, Heinz:
Medienkindheit heute. In: Aufenanger, Stefan (Hrsg.): Neue Medien – Neue Pädagogik?
Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1991, S. 21.
[2] Mikos, Lothar:
Medienkindheiten – Aufwachsen in der Multimediagesellschaft. In: Joachim von
Gottberg, Lothar Mikos, Dieter Wiedemann (Hrsg.): Kinder an die Fernbedienung.
Konzepte und Kontroversen zum Kinderfilm und Kinderfernsehen. Berlin, 1997,
S. 55.
[3] Sabine Feierabend
und Erk Simon: Was Kinder sehen. Eine Analyse der Fernsehnutzung 2000 von
3– 13-
Jährigen. In Media Perspektiven 2001/4, S. 180.
[4] Sendungen,
die auf Information und Orientierung ausgelegt sind.
[5] Dies geht
aus den Hitlisten der Stichproben hervor. Hier tauchen Sendungen wie Explosiv
oder Exclusiv bei den 10-13jährigen Kindern auf.
[6] „Die Themen
der Kinder sind auch dominante Themen der Genres: Krieg in den Nachrichten,
Katastrophen – je nach Aktualität – auch; aufsehenserregende Verbrechen, Unglücksfälle
oder Brände in Magazinen wie ‚Explosiv’ und vor allem im Reality-TV (vgl.
Programmanalyse).“ Helga Theunert: „Mordsbilder“ – Kinder und Fernsehinformation.
Berlin 1995, S. 92.
[7] Sascha,
12 Jahre, beschreibt dies folgenderweise: „Ich habe mal gelacht, weil es gibt
eine, die heißt Manu, die mag keiner, weil sie so gegen Jürgen und Zlatko
ist. Sie sagt, die zwei sollen raus. Die war traurig und das war lustig für
die, die Jürgen und Zlatko mögen, also auch für mich.“ „Manu muss raus, weil
die so kindisch ist und Jürgen und Zlatko nicht mag.“ „Sascha interessiert
die Gruppenbildung im Haus und er ordnet sich jeweils der einen oder anderen
zu. Menschen, die nicht in seine Gruppe passen, müssen raus.“ Maya Götz: Die
Bedeutung von Big Brother für Kinder und Pre-Teens. In: Maya Götz (Hrsg.):
Alles Seifenblasen? Die Bedeutung von Daily Soaps im Alltag von Kindern und
Jugendlichen. München 2002, S. 233.
[8] Götz 2002,
S. 235.
[9] Maya Götz:
Die Bedeutung von Daily Soaps im Alltag von 10- 15-Jährigen. Seifenblasen
zwischen „leicht verdaulicher Unterhaltung“ und „ein Raum für sich“. In Televizion 13/2000/2, S. 56.
[10] Götz 2000,
S. 59.
[11] „Für die
jugendlichen Mädchen wird die Soap zum Teil ihres alltagsästhetischen Stils
(im Sinne von Schulze 1993). Aufbauend auf einem angenehmen Erlebnis in der
Rezeptionssituation und Folgekommunikation, finden sie in der Serie ihre ‚Lebenseinsstellung’
wieder, die eng mit Jugendlichkeit, Mode, die dies ausdrückt, und mit der
Integration in die Peer-Group verbunden ist. Die Trends, die in der Serie
zu sehen sind – wie auch in den entsprechenden Mädchenzeitschriften – dienen
als Möglichkeit, sich selber in diesem Sinne zu zeigen.“ Maya Götz: Alles
Seifenblasen? Die Bedeutung von Daily Soaps im Alltag von Kindern und Jugendlichen.
München 2002, S. 276.
[12] „Ab 17.30
Uhr steigt die Fernsehnutzung der Kinder dann kontinuierlich an und verdoppelt
sich in den folgenden zwei Stunden, so dass zwischen 18.45 und 20.00 Uhr fast
jedes fünfte Kind vor dem Fernseher angetroffen werden kann. Erst ab 22.00
Uhr geht der Anteil der fernsehenden Kinder wieder auf unter 10 Prozent zurück.
Der Verlauf ist bei allen drei dargestellten Kinder-Altergruppen [3-5, 6-9
und 10-13 Jahre] gleich, es gilt allerdings: Je älter die Kinder sind, desto
später wird der Nutzungshöhepunkt am Tag erreicht, gleichzeitig erhöht sich
der jeweilige Anteil der zusehenden Kinder...“. Sabine Feierabend und Walter
Klingler: Was Kinder sehen. Eine Analyse der Fernsehnutzung von Drei- bis
13-Jährigen 2001. In: Media Perspektiven 5/2002.
Ausführlichere Informationen zur Lebenswelt der Kinder
und ihren Freizeitaktivitäten und –präferenzen bietet u.a. die Studie „Kinderwelten
2000“ von SuperRTL.
[13] „Ab 12
Jahren sind Kinderprogramme kaum noch gefragt.“ Sabine Feierabend und Erk
Simon: Was Kinder sehen. Eine Analyse der Fernsehnutzung 2000 von Drei- bis
13-Jährigen. In: Media Perspektiven 4/2001, S. 182.
[14] Vgl. SuperRTL, Kinderwelten 2000
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