Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen
 
 
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Editorial Bachmair
Jahrbuch5: Methode
Text Raabe Rummler Seipold

Persönlichkeitsentwicklung der Kinder

Was Kinder Überfordert
Familien vor dem Bildschirm
Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen
Eine kritische Debatte tut Not!
Jugendschutz und Medienmacht

Orientierung in der Alltags- und Lebenswelt

Angebot zu ethnisch-kulturellen Lebensweisen
Soziale Orientierung - 2001
Soziale Orientierung - 2000
Dissertation Claudia Raabe (PDF)
Magisterarbeit Klaus Rummler (PDF)
Kindliche Alltagswelt

Die Welt der Dinge und Ereignisse

Beim Optimismus der Sesame Street...
Medien und Lesekompetenz nach PISA
Lernen mit dem Fernsehen? - 2002
Lernorientierte Programme - 2000

Die Welt der Kultur und der Medien

Was Kinderfernsehen Lustiges zu bieten hat (PDF)
Ordnungs- und Klärungsmöglichkeiten
Medien- und Genrekompetenz
Magisterarbeit Judith Seipold (PDF)

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2004
2003
2002
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2001
2000

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08. November 2008


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Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen 2001
Claudia Topp

Hilft Fernsehen Kindern, sich in ihrer Alltagswelt und in ihrem Sozialleben zu orientieren?

Kinder wachsen heute in einer zunehmend differenzierten Gesellschaft auf. Das bedeutet unter anderem, dass viele im Vergleich zu früheren Jahrzehnten nicht mehr in tradierten Bindungen wie der traditionellen Kleinfamilie („Mutter-Vater-Kind“) leben. Hinzu kommt, dass Eltern vermehrt beide berufstätig sind und der Kindergarten, neben anderen Institutionen zu ihrer alltäglichen Umgebung gehört. In den Kindergärten und Schulen sind sie nicht mehr nur von deutschen Kindern umgeben, die ethnische Vielfalt ist für sie alltäglich.
Im Zuge der Differenzierung von Gesellschaft wachsen Kinder in sozialen Feldern auf, die sich in ihren Lebensvorstellungen und -formen stark voneinander unterscheiden. Dabei haben diese Felder den Charakter eigener und unterschiedlicher Lebenswelten und Alltagskulturen, die auch eine jeweils eigene und individuelle Lebensgestaltung fordern.

Gesellschaftliche Differenzierung drückt sich in einer Vielzahl von Lebensstilen, sozialen Milieus, Subkulturen und Lebenswelten aus.

„Von dieser Entwicklung, der zunehmenden Auflösung sozialer Milieus und verbindlicher kultureller Traditionen, sind Kinder ganz unmittelbar betroffen. Sie können nicht mehr ohne weiteres auf gesicherte Orientierungsleitfäden für den Alltag zurück greifen. Ihnen werden neuartige Integrationsleistungen und mehr Selbständigkeit abverlangt.“[1]

Hier besteht jedoch die Gefahr der Orientierungslosigkeit, je differenzierter die verschiedenen Lebensbereiche sind, aus denen das Kind einzelne Elemente zur Subjektkonstitution zusammenfügen muss[2]. Um sich in diesem Geflecht von unterschiedlichen Lebensformen und Denkweisen zurechtzufinden und orientieren zu können, greifen Kinder immer wieder auf Modelle zurück, die ihnen die Suche nach der eigenen Identität erleichtern. Häufig und zumeist unbewusst suchen Kinder Orientierungshilfen im Fernsehen, das als fester Bestandteil in ihrem Alltag integriert und immer noch Leitmedium Nummer 1 ist. Aus diesem Angebot greifen Kinder das auf, was sie gerade zur „Bewältigung“ ihrer aktuellen Lebenssituation benötigen.

Wo finden Kinder klärende Angebote, die ihnen helfen können die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft und der Kultur zu verstehen und Weltanschauungen und Meinungen einzuordnen?

Die Beispiele aus dem Jahr 2000 entstammen alle dem expliziten Kinderfernsehen, allerdings erwies sich dies als eine zu starke Einschränkung, insbesondere in Bezug auf die „Hits der Kids“, so dass für die Stichprobe im Jahr 2001 das gesamte Programm für die Analyse berücksichtigt wurde.
So wurden aus der Stichprobe im Mai 2000 zunächst typische Beispiele aus dem expliziten Kinderfernsehen herausgefiltert und einige, exemplarisch ausgewählte Sendungen zur sozialen Orientierung analysiert. Da die Fernseh-Primetime der Kinder zwischen 18.45 und 20.00 Uhr liegt[3] und in diesem Zeitpunkt nur noch der Ki.Ka (bis 19.00 Uhr) und SuperRTL explizites Kinderprogramm senden, werden für die Stichprobe im Jahr 2001 auch die Sendungen des übrigen  Programms unter dieser Fragestellung betrachtet. Das sind Sendungen, die

- gesellschaftlich-kulturelle Themen
- typisch ethnisch-kulturelle Lebensweisen und
- alternative Formen der Lebensgestaltung
  (Stilausprägungen und ästhetische Ausdrucksformen)

behandeln.

An die Beschreibung des Fernsehangebots schließt die Betrachtung desselben aus der Perspektive der Kinder an, die „Hits der Kids“ bei Angeboten zur sozialen Orientierung.

Angebot zu gesellschaftlich-kulturellen Themen
Es gibt zahlreiche erklärende Angebote im Fernsehprogramm, die Kindern helfen die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft und der Kultur zu verstehen, um Weltanschauungen und Meinungen einordnen zu können.

Kinderweltspiegel

Diese expliziten Angeboten[4] finden sich vornehmlich in Sendungsformen wie Magazinen, Clubs und Nachrichten. Wirklich interessant und sinnvoll für Kinder sind nur solche Sendungen, deren Inhalte für sie nachvollziehbar und verständlich sind.
Im expliziten Kinderfernsehen gibt es Nachrichten und Magazine, die versuchen, Kindern durch erklärende Grafiken und eine klare und einfach zu verstehende Wortwahl über die aktuelle Tagespolitik oder bedeutende Ereignisse in der Gesellschaft zu informieren.
Die Kindernachrichten Logo (Ki.Ka.) geben einen Überblick über wichtige Themen der Tagespolitik und auch solche, die für Kinder interessant sein können (Stars, Kinotipps, ...). Eine schöne Ergänzung zu Logo (Ki.Ka.) bot KIK-Kinderinfokiste (ARD und Ki.Ka.), die in der Stichprobe in 2000 noch dabei war. Sie bot Kindern eine Vertiefung zu einem ausgewählten Thema aus der aktuellen Tagespolitik. Im Jahr 2001 findet sich in der Stichprobe stattdessen der Kinderweltspiegel. Im Vergleich zu KIK, die eine vertiefende Funktion hat und aktuelle Geschehnisse aus der Perspektive der Kinder schildert, bietet der Kinderweltspiegel eher einen Blick in den Alltag von Kindern aus aller Welt. Politische und gesellschaftliche Aspekte werden zwar auch erläutert, stehen aber nicht im Vordergrund und werden auch nicht systematisch dargestellt. Während KIK ein Thema von gesellschaftlichem Interesse aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, indem neben Experten und Kindern auch Comic-Figuren zu Wort kommen, die den Inhalt der Sendung spielerisch behandeln und das ernste Thema etwas auflockern, werden im Kinderweltspiegel die einzelnen Beiträge aneinander gereiht. Kinder können sich zwar an der Sendung beteiligen, indem sie Bilder malen, die anschließend an die Kinder im Ausland verschickt werden, sie können die Länder aus denen die vorgestellten Kinder kommen räumlich jedoch nicht einordnen, weil kindgerechte Grafiken fehlen. Auch wenn in der Sendung das Land Kirgisien auf einer Landkarte gezeigt wird, können Kinder (und wahrscheinlich sogar viele Erwachsene) die geografische Lage nicht einordnen. Indem KIK im Gegensatz dazu ein Thema aus der vorausgehenden Nachrichtensendung „für Erwachsene“ aufgreift, hilft es Kindern die dort angesprochenen Themen besser zu verstehen und vielleicht auch aus den Nachrichtenbildern hervorgehende Ängste abzuschwächen.
PUR (ZDF) ist ein Magazin für Kinder, das gesellschaftliche und freizeitorientierte Themen beinhaltet. In der Folge aus der Stichprobe des Jahres 2001 erfahren Kinder alles über BSE, von der Geschichte der Ausbreitung des Virus, über betroffene Bauern und ihre Familie, der Wirkung auf den Menschen bis hin zu Tipps für den Alltag. Die Sendung bedient sich dabei unterschiedlicher Elemente. So besteht das Moderatoren-Team aus der frechen Petty, einem Zeichentrickmädchen, und Jo, ihrem menschlichen Kollegen. Gemeinsam führen sie durch die Sendung, Jo besucht Experten und befragt Kinder und Erwachsene auf der Straße. Berichte von und mit Kindern erläutern die unterschiedlichen Aspekte zu diesem Thema, wie z.B. die Folgen von BSE für ein Bauernmädchen und ihre Familie oder auf welche Lebensmittel/ Inhaltstoffe beim Einkauf geachtet werden sollte. Komplizierte biologische bzw. medizinische Vorgänge werden durch vereinfachte Zeichentrickdarstellungen erläutert, so z.B. die Wirkung von BSE auf den Organismus von Kühen.
Die Aktiv-Boxx vom Kinderkanal verbindet aktuelle Themen aus der Gesellschaft mit den Themen der Kinder. In der Folge aus der Stichprobe des Jahres 2001 geht es um Fremdenfeindlichkeit. Eingeladen sind eine Schulklasse und ein Experte, der sich zu diesem Thema engagiert und mit Schulklassen darüber ins Gespräch kommt. Der Moderator Kai Blumenthal fordert die zuschauenden Kinder schon zu Beginn der Sendung auf, sich telefonisch, per Fax oder E-Mail an der Sendung zu beteiligen und ihre Meinung zu äußern oder von Erfahrungen zu berichten. Auch wenn die Sendung sich bemüht, unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen und Kinder selbst zu Wort kommen, wirkt das ganze eher wie eine Schulstunde im Fernsehen. Der „jugendliche Lehrer“ gibt einen Impuls, indem er z.B. fragt, wie die Kinder sich denn im Ausland fühlen würden, und die „Schüler“ (die Studiogäste werden schließlich auch als Schulklasse vorgestellt) geben artig ein Handzeichen, wie in der Schule, und beantworten die Frage. Ergänzend werden ausländische und deutsche Kinder gezeigt, die über eigene Erfahrungen berichten. Auch Aktionen, wie „Together big“ oder eine Schulklasse, die Brieffreundschaften mit Schülern aus Gambia aufrecht erhält, werden vorgestellt. Eine Sendung in dieser Form ist sicher interessant und ermutigend für Kinder, die sich vorgenommen haben, ihren Mitschülern bzw. –bürgern zu helfen. Die sehr pädagogische und dialoglastige Aufmachung der Sendung bietet Kindern, die diese Form der Auseinandersetzung mit Themen nicht gewohnt sind jedoch keine attraktive Lösung um sich diesem Thema zu nähern.
Inwiefern Kinder die zahlreichen politischen und gesellschaftlichen Sendungen und Magazine für Erwachsene verstehen, wenn sie diese gemeinsam mit ihren Eltern oder anderen Erwachsenen sehen, ist abhängig von der Erklärungskompetenz dieser Erwachsenen. Vorrangig bei der Rezeption dieser Sendungen ist wahrscheinlich eher der zwischenmenschliche Aspekt, die Rezeptionssituation gemeinsam mit den Eltern gemütlich auf dem Sofa sitzend. Natürlich sehen Kinder auch Magazine aus dem Erwachsenen-Programm, die sich auf gesellschaftliche Themen beziehen. Dies sind dann allerdings eher Sendungen aus dem Infotainment-Bereich wie z.B. Explosiv (RTL)[5]. Solche Sendungen sind eher an persönliche Schicksale gekoppelt, wobei der sozial-politische oder gesellschaftliche Aspekt nicht weiter erläutert wird. Kinder mögen solche Sendungen, weil sie etwas über andere Menschen und ihre Schicksale erfahren[6]. Die Sendungen bedienen sich anderer Gestaltungsmittel als die klassischen Informationssendungen. Geschichten einzelner Menschen werden mit dramaturgischen Mittel inszeniert. Dass es hier nicht um wichtige gesellschaftliche oder politische Themen geht, ist für Kinder nicht wichtig. Viele finden die Berichte spannend, unterhaltsam und auch lehrreich.

Angebot zu typisch ethnisch-kulturellen Lebensweisen
Themen wie Integration und Fremdenfeindlichkeit tauchen in unterschiedlichen Zusammenhängen in den Medien auf. Sendungen, die Kindern helfen könnten die ethnisch-kulturelle Differenzierung der Gesellschaft und entsprechende unterschiedliche Lebensweisen zu verstehen sind jedoch selten.

Trailer für Aktiv Boxx
LOGO
Trailer für Schloss Einstein

Eine für Kinder verständliche Sendung, die das Leben in Kulturen und Ländern aller Welt beschreibt und erklärt ist der Kinderweltspiegel (ARD). Wie im Weltspiegel der Erwachsenen führt auch hier eine erwachsene Frau durchs Programm und kündigt die Sendungen mit einer kurzen Überleitung an. Die Berichte handeln von Kindern und ihrem Alltag. In der Folge der Stichprobe 2001 sind es Geschichten über Kinder aus Italien, Kirgisien, Rumänien, der Ukraine und Südafrika, die erzählt werden. Die Berichte geben einen Einblick in den Alltag der Kinder, sei es das Schlittschuhtraining, für das ein halbes Monatsgehalt geopfert wird oder der Alltag in einer Wohngemeinschaft der Stiftung „Parada“, die ehemaligen Straßenkindern die Chance zu einer Ausbildung und einem halbwegs normalen Leben verhilft. Obwohl es sich um eine Sendung für Kinder handelt, wird der Kinderweltspiegel eher von Erwachsenen gesehen. Während nur 40.000 Kinder im Alter von 3-13 Jahren eingeschaltet haben, sind es im Vergleich dazu 280.000 Erwachsene (im Alter von 20 und aufwärts). Dies mag am ungünstigen Sendeplatz liegen (Samstagmorgen um 11.00 Uhr, wenn auf den anderen Sendern auch „Kinderprogramm“ läuft) oder auch an der Darstellungsform, die sich sehr an den Wahrnehmungs- und Wissensstrukturen der Erwachsenen orientiert.
Explizite Orientierungsangebote zu ethnisch-kulturellen Lebensweisen bieten auch die Nachrichten. Diese sind für viele Kinder allerdings nicht immer verständlich und bedürfen häufig der Erklärung Erwachsener. Auch wenn Nachrichten häufig eine orientierende Funktion übernehmen können, indem sie über politische und soziale Zusammenhänge berichten, muss diese nicht immer integrativ, d.h. förderlich für das Verstehen und Respektieren von ausländischen Mitbürgern sein. So berichtete die Tagesschau (ARD) am Sonntag, den 08. April 2001 zum Thema Integration von einer Aufforderung der Ausländerbeauftragten in Berlin an die türkische Bevölkerung in Deutschland. Frau John forderte die in Deutschland lebenden Türken auf, sich besser in die Gesellschaft zu integrieren. Anstatt jedes Jahr 2-3 Milliarden DM in die Türkei zu überweisen, sollten sie lieber in ihre Ausbildung investieren. In Berlin seien mehr als 40% der erwerbsfähigen Türken arbeitslos. Immerhin 120.000 der 3- bis 13jährigen Kinder haben diese Nachrichtensendung gesehen. Hier besteht die Gefahr, dass diese Information  Menschen mit Vorurteilen gegenüber Ausländern als Bestätigung ihrer ablehnenden Haltung entgegenkommt. Auch wenn gerade mit Rücksicht auf die sinkenden Ausgaben für Bildung und vor dem Hintergrund von PISA auf solche Missstände aufmerksam gemacht werden sollte, und Eltern die Verantwortung, die sie für die Bildung ihrer Kinder tragen damit bewusst gemacht werden kann, sollte dies eher diskursiv und weder polemisch noch polarisierend erfolgen. Hätte die Tagesschau z.B. einen türkischen Mitbürger gezeigt, der von der finanziellen Not seiner Familie in der Türkei berichtet, würde dieser Bericht den Zuschauern eher eine diskursive Form der Präsentation bieten.
Die Aktiv-Boxx (Ki.Ka.) beschäftigt sich wie schon beschrieben zwar mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit, doch werden hier nur die Berichte von „Opfern“ und Freunden von ausländischen Kindern gezeigt. Wie Fremdenfeindlichkeit entstehen kann, wird nicht deutlich erklärt. Vermutlich erreicht diese Sendung eher Kinder, die Ausländern sowieso wohlgesonnen sind. Eine Sendung, die Verständnis für andere Kulturen und ihre Menschen fördern möchte, sollte versuchen, diejenigen zu erreichen, denen im Alltag der Zugang zu solchen Themen fehlt. Dies ist eine schwierige, aber dennoch wichtige Aufgabe.
Die Pfefferkörner (Ki.Ka, ARD) wurden im Jahr 2001 nur auf den Regionalprogrammen der ARD ausgestrahlt. Die Serie bietet Kindern in Form einer Detektivgeschichte einen Einblick in das Leben von Kindern in Hamburg, ihren türkischen Mitbürgern und Freunden. Sendungen wie diese sind selten. Hin und wieder beachten auch Soaps wie Schloss Einstein (Ki.Ka.), Fabrixx (ARD) oder Marienhof (ARD) Themen von ausländischen Mitbürgern und ihre Lebensform, auch Konflikte werden hier angesprochen.
Der Tigerenten-Club und Tabaluga-tivi sind Magazine mit wechselnden Schwerpunktthemen. Im Jahr 2000 boten der Tigerenten-Club (Ki.Ka.) und Tabaluga-tivi (ZDF) einzelne Programmelemente an, die über fremde Länder und Kulturen berichteten. Diese Sendungen erreichten eine Sehbeteiligung von 290.000 (Länder der Welt) und 210.000 (Kabuera in Tabaluga-tivi) bei den 3-13jährigen Kindern und gehörten zu den Hits der Kids. Im Tigerenten Club aus der Stichprobe des Jahres 2001 geht es in erster Linie um das Thema „Fliegen“, ein Helikopterflug zum Mont Blanc und Fallschirmspringen.
Die Beispiele zum Angebot von ethnisch-kulturellen Lebensweisen, die ein Verständnis für fremde bzw. ausländische Kulturen fördern könnten, stammen aus dem öffentlich-rechtlichen Programm. Offensichtlich bemühen sich diese Sender, eine explizite Auseinandersetzung mit diesem Thema in das alltägliche Programm zu integrieren. Dennoch geschieht dies in den meisten Fällen immer noch in einer Form, die sehr an Schule erinnert. Wenn Kinder nach Schule, Hausaufgaben und Freizeitaktivitäten im Verein oder anderswo dann „endlich“ vor dem Bildschirm sitzen, wollen sie auch unterhalten und nicht schon wieder belehrt werden. Insofern täte es dem Angebot gut, wenn es sich ein Beispiel an den Pfefferkörnern oder spielerischen Formaten wie dem Tigerenten-Club orientiert und Wahrnehmungsweisen und Unterhaltungsbedürfnisse der Kinder noch stärker berücksichtigt.

Angebote zu alternativen Formen der Lebensgestaltung
Im Zuge der Ausdifferenzierung unserer Gesellschaft stehen Kinder einer großen Vielfalt von Lebensstilen, sozialen Milieus, Subkulturen  und Lebenswelten gegenüber. Erwartet wird dabei von Erwachsenen wie auch von Kindern, sich in der Gesellschaft sinnvoll zu verorten. Welchen Beitrag dabei das Fernsehen hier durch das Angebot leisten kann wird im Folgenden exemplarisch beschrieben.

Big Brother
Bravo Supershow
Bravo TV

Wie im Jahr 2000 leisten dies auch in der Stichprobe 2001 vor allem zwei Formate: Magazin-Sendungen zu Lifestyle und Soaps. Bei den Magazin-Sendungen handelt es sich um die sogenannten Trend-Magazine, die im expliziten Kinderfernsehen hauptsächlich bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu finden sind.

In den Bereich Lifestyle gehören Sendungen wie Super, Metty! (SuperRTL), Reläxx (Ki.Ka), PUR (ZDF) und Bravo TV (RTL2). Sie berichten aus den Bereichen Freizeit und Kultur, behandeln Themen wie Mode- und Musik-Trends und präsentieren Stars aus der Musik-, Film- und Fernsehbranche. Super, Metty! richtet sich insbesondere an jüngere Kinder und ist auch erfolgreich mit seinem bunten Angebot aus nützlichen Tipps für den Alltag, Kochrezepten und Bastelanleitungen und Gästen, die einer besonderen Tätigkeit nachgehen  und davon berichten (z.B. beschreibt ein Perückenhersteller wie eine solche Perücke hergestellt wird). In der Folge aus der Stichprobe geht es um Schönheitswahn. Zu Gast sind zwei Perückenhersteller und die damals aktuelle Miss Germany. Die Gäste erzählen von ihrer Arbeit und verraten Schönheitstipps. Das Thema der Sendung wird mit spielerischen Elementen aufgelockert, in denen Ikarus, eine vorlaute und lustige Klappmaulpuppe, zum Beispiel einen Zaubertrank braut, der ihm zu Schönheit verhelfen soll, ihm aber leider misslingst oder durch Mettys (Ikarus’ väterlicher Freund in menschlicher Gestalt) Geschichte über Schönheitstricks. Witzige Elemente wie die Verwandlung von Ikarus und Metty in Langhaarwesen durch den Zaubertrank oder Ikarus’ lustige Sprüche verleihen der Sendung eine ungezwungene und lockere Atmosphäre. Am Ende der Sendung begreift Ikarus, dass er sich ohne Schönheitsbemühungen am besten gefällt. Bevor er sich von den Zuschauern verabschiedet, erinnert er sie an den Internet-Führerschein, den Kinder bei SuperRTL erwerben können. Der Umgang mit neuen Medien ist in dieser Sendung auch ein Thema an das Kinder unterstützend herangeführt werden. Leider wird in dieser Sendung nur auf die Möglichkeit des Erwerbs eines solchen verwiesen, ohne Kindern direkt am Bildschirm zu demonstrieren bzw. mit ihnen zu erarbeiten, wie man sich am besten im Internet zurechtfindet. Unter den oben genannten Sendungen ist Super, Metty! bei Kindern mit einer Sehbeteiligung von 240.000 Kindern im Alter zwischen 3 bis 13 Jahren die am meisten gesehene.
Bravo TV (RTL2) bietet Kindern und Jugendlichen mit seinem Dr. Sommer-Team die Möglichkeit Fragen aus dem Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen und Sexualität beantwortet zu bekommen. In der 2001er Stichprobe erreichte die Sendung allerdings nur 40.000 der 3-13jährigen Kinder. Die Bravo Super-Show 2001 (RTL), ein fast 3-stündiges Musik-Event mit angesagten Stars aus der Pop- und Rockszene, erreichte in einzelnen Sendungsteilen eine Sehbeteiligung von 310.000 3-13jährigen Kindern.

Big Brother
Sponsoring
Big Brother - Die Entscheidung

Auch die von RTL so betitelte Real-Life-Show „Big Brother – Die Entscheidung“ zeigte neben negativen Beispielen zu sozialen Verhaltensweisen auch, wie man sich durch „Beliebt-Sein“ und Raffinesse durchsetzt. So wurde Manu aus der ersten Staffel raus gewählt, weil sie gegen Zlatko intrigierte und sich nicht in die Gruppe integrieren konnte.[7] In diesem Zusammenhang war es neben Themen wie Gemeinsamkeit und Alltag allerdings auch die Neugier, wer es bis zum Ende schafft, die der Sendung zu dieser Beliebtheit verhalf. Nicht zu unterschätzen ist hier die Bedeutung der „Macht“ der Zuschauenden über die Entscheidung, welcher der WG-Bewohner bleiben darf und wer rausfliegt. Wenn diese Macht allerdings dazu verleitet, unbeliebte oder unangepasste Mitbewohner einfach aus dem Weg zu räumen, bleibt nur die Hoffnung, dass zuschauende Kinder dies nicht als Orientierungshilfe für ihr eigenes Leben werten. Die Ausgrenzung aufgrund nicht konformer Verhaltensweisen wird vor allem von Kindern in der Orientierungsstufe wahrgenommen, „wo die Anerkennung und das „In“- und „Out“-Sein oftmals zu einem entscheidenden Orientierungsmoment werden.“[8] Pädagogen und Eltern wären hier aufgefordert dieses Thema mit Kindern und Jugendlichen weiter auf zu arbeiten. Immerhin verfolgten 330.000 Kinder den 5. Auszug aus dem Big Brother-Haus.
Die älteren Kinder, insbesondere die 10- 13jährigen, orientieren sich hauptsächlich am Programm der Erwachsenen wie z.B. Explosiv. Sie finden hier für sich interessante Themen aus ihrer Alltagswelt wie z.B. Antworten auf die Frage „Wie gehe ich mit SMS-Terror um?“ oder „Welches ist der neueste Modetrend für diesen Sommer?“

Insbesondere Soaps greifen diese Alltagswelt der Kinder auf. Für sie werden hier wichtige Themen behandelt, die ihren Alltag betreffen: wie gehe ich mit Beziehungsstress um, welche Klamotten muss ich tragen, um „in“ zu sein, welche Musik ist gerade angesagt, lesbisch/ schwul sein, ...

„In den Soaps werden Vorstellungen vom Umgang von Menschen miteinander inszeniert. (...) Dabei zeigen die deutschen Soaps in einer potenziell liberalen Grundeinstellung zu Themen wie Homosexualität oder HIV-Infizierung und einer politischer Korrektheit orientierten Haltung.[9] (...) Als symbolische Material zur Verhandlung von Werten kommt der Soap eine dritte interaktive Funktion zu. Dabei stellen die gezeigten Handlungen und Figuren symbolisches Material dar, anhand dessen Werte und Normen diskutierbar werden und das eine Auseinandersetzung mit kritischen Themen möglich macht. Soaps bieten inhaltlich neben den gängigen Beziehungsthemen auch typische Jugendthematiken sowie gesellschaftlich relevante, kritische Themen an. Die eigenen Meinungen und Vorstellungen von „richtig“ und „falsch“ werden im Rahmen der Folgekommunikation verbalisiert und mit denen des sozialen Umfelds diskutiert.“[10]

In Soaps wie Schloss Einstein (Ki.Ka), Fabrixx (ARD) und Marienhof (ARD) finden Kinder und Jugendliche zusätzlich zu sozialen Themen auch solche zu alltagsästhetischen Formen wie Kleidungs-, Wohn- und Musikstilen. So werden die unterschiedlichen Soaps wie GZSZ (RTL), Marienhof (ARD), Verbotene Liebe (ARD) und Unter Uns (RTL) auch genutzt, um sich bestimmten Gruppen stilistisch zuzuordnen[11].

Die „Hits der Kids“ bei Angeboten zur sozialen Orientierung
Wie die beschriebenen Sendungen zeigen, gibt es aus Sicht der Erwachsenen Angebote an Sendungen, die Kindern bei ihrer Verortung helfen könnten und ihnen Orientierung für ihr Sozialleben bieten.
Die Hits der 3-13jährigen Kids liegen im Abendprogramm, was natürlich auch an ihrer Alltagsorganisation liegt. Viele Kinder sind tagsüber nicht zu Hause, weil sie in bestimmten Freizeitaktivitäten eingebunden sind und haben demnach erst gegen Abend die Chance, vorm Fernseher zu entspannen[12].
Das Diagramm zeigt die Verteilung der Nutzung der 3-13jährigen Kinder im Tagesverlauf der Stichprobentage über alle Sender. Die rote Kurve zeigt die Sehbeteiligung am Donnerstag. Im Vergleich zum Wochenende bleibt die Sehbeteiligung am Vormittag auf einem deutlich niedrigeren Niveau.

Fernsehnutzung der 3-13-Jährigen im Tagesverlauf an den Stichprobentagen des Jahres 2001

Die Kinder sind in der Schule. Die Sehbeteiligung steigt erst ab ca. 18.00 Uhr über die 100.000er Grenze und liegt zwischen 18.00 und 20.15 Uhr, der Zeit des Vorabendprogramms, sogar höher als am Wochenende. Allerdings lässt die Sehbeteiligung nach 20.30 Uhr auch früher nach.

In dem Diagramm ist auch zu sehen, wie viele Kinder insgesamt abends vor dem Fernseher sitzen – über 1.500.000 Kinder schauen zum Beginn der Prime Time fern. Betrachtet man das „offizielle“ Kinderprogramm der Öffentlich-Rechtlichen so erreichen gut gemeinte Sendungen wie Reläxx (150.000), PuR (130.000), Logo (90.000), die Aktiv-Boxx (50.000) oder auch der Kinderweltspiegel (40.000), die in der Woche nachmittags ausgestrahlt werden, nicht annähernd so viele Kinder wie die Sendungen des Abendprogramms. Im Vergleich dazu sehen 830.000 Kinder GZSZ, das damit auf dem ersten Platz der Hitliste der 3-13-Jährigen liegt. Auch Die Dinos (Folge 34, Teil 2: 720.000) und  Alarm für Cobra 11 (Folge 1, Teil 1: 560.000) konnten wesentlich höhere Sehbeteiligungen als die vorgestellten Sendungen aus dem expliziten Kinderprogramm verzeichnen.

Bob, der Baumeister
Die Dinos
Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Ganz oben auf der Hitliste der Kinder stehen also Soaps, Serien und Rate-Shows. Dennoch gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. Selbst die ganz Kleinen (3- 5 Jahre) finden im expliziten Kinderprogramm Angebote zur sozialen Orientierung, die gut angenommen werden. Dazu gehören zum Beispiel Bob, der Baumeister (SuperRTL) und Die Jellabies (SuperRTL). Diese Programme beinhalten schon eine erste Orientierung für soziale Handlungsmuster wie beispielsweise die Bedeutung der gegenseitigen Unterstützung und sind von den Programmmachern auch mit dieser Intention (neben der Unterhaltung) produziert.

Bei den 6- 9jährigen Kindern dominieren schon die Serien, Filme und Shows des Vorabend- bzw. Abendprogramms wie z.B. Die Dinos (Folge 37, Teil 2: 290.000), Notruf (Folge 304, Teil 2: 130.000), GZSZ (Teil 3: 180.000) oder auch Big Brother – Die Entscheidung (140.000) die Hitliste. Bei vielen fiktionalen Sendungen sind Momente der sozialen Orientierung implizit in die „Geschichte“ eingeflochten und können daher für Kinder von Bedeutung sein. So erleben die Familienmitglieder der Dinos z.B. alltägliche Geschichten, die auch einer „normalen“ (menschlichen) Familie passieren könnten. Dazu gehören Themen wie Verliebtsein, Probleme mit dem Chef, Eheprobleme, Erziehung, Rollenverhalten und sogar der Umgang mit dem Fernsehen.
Während die 3-9-Jährigen noch viele Sendungen aus dem expliziten Kinderfernsehen sehen, orientieren sich die 10- 13-Jährigen fast ausschließlich am Programm der Erwachsenen[13]. Auch hier favorisieren Kinder Soaps und Serien: GZSZ (610.000), Alarm für Cobra 11 (Folge 1, Teil 2: 420.000), Die Simpsons (Teil 2: 370.000), Notruf (Folge 304, Teil 3: 240.000). Es gibt geschlechterspezifische Genre- und Themenpräferenzen. Während Mädchen eher Alltagsgeschichten bevorzugen, widmen sich Jungen den actionreichen und wettbewerborientierten Genres[14]. So sehen die Mädchen beispielsweise besonders gerne GZSZ (RTL),  die Jungen eher Alarm für Cobra 11 (RTL). Dennoch tauchen beide Sendungen bei Mädchen wie Jungen unter den ersten 20 meist gesehenen Sendungen auf.

Im Vergleich zum Jahr 2000 ist in 2001 die Sehbeteiligung bei Serien und Soaps, insbesondere von GZSZ, erheblich angestiegen. Solche Sendungen, die sich mit sozialer Orientierung nicht explizit beschäftigen, sondern sie in der Geschichte eingeflochten behandeln, bieten zur Zeit eher ein attraktives Angebot für Kinder als die expliziten Angebote. Interessant ist jedoch, dass auch im expliziten Kinderprogramm die Angebote zur sozialen Orientierung eine höhere Sehbeteiligung als in der Stichprobe des Jahres 2000 verzeichneten. So stieg die Sehbeteiligung bei den 3-13jährigen Kindern von Reläxx von 60.000 auf 150.000, bei PuR von 100.000 auf 130.000 und bei Logo von 80.000 auf 90.000.

Allerdings kommt die Sehbeteiligung dieser expliziten Angebote bei weitem nicht an die der impliziten, wie sie in Form von Serien, Soaps und Spielfilmen angeboten wird, heran. Selbst die Gruppe der 6- 9-Jährigen scheint sich schon an den Vorlieben der älteren Kinder zu orientieren. Während GZSZ im Jahr 2000 nur von 90.000 Kindern in dieser Altersgruppe gesehen wurde, sind es im Jahr 2001 schon 180.000.

Die hohe Sehbeteiligung der Abendprogramme und die steigende Sehbeteiligung expliziter Angebote im Kinderprogramm legen die Vermutung nahe, dass explizite Angebote zur sozialen Orientierung mit einem besser positionierten Sendeplatz mehr Kinder erreichen würden. Diese These wird sich vielleicht mit der Stichprobe 2003 bestätigen lassen, da der Kinderkanal in der seit dem 01.01.2003 hinzugewonnen Zeit zwischen 19.00 und 21.00 Uhr Sendungen wie Logo usw. platziert hat. Die Vorliebe für „attraktiv“ inszenierte Boulevard-Magazine wie Explosiv und Sendungen wie Notruf sollte Anlass zu Überlegungen sein, wie man Sendungen mit orientierendem Anspruch für Kinder ansprechender gestalten könnte.


[1]Hengst, Heinz: Medienkindheit heute. In: Aufenanger, Stefan (Hrsg.): Neue Medien – Neue Pädagogik? Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1991, S. 21.

[2] Mikos, Lothar: Medienkindheiten – Aufwachsen in der Multimediagesellschaft. In: Joachim von Gottberg, Lothar Mikos, Dieter Wiedemann (Hrsg.): Kinder an die Fernbedienung. Konzepte und Kontroversen zum Kinderfilm und Kinderfernsehen. Berlin, 1997, S. 55.

[3] Sabine Feierabend und Erk Simon: Was Kinder sehen. Eine Analyse der Fernsehnutzung 2000 von 3– 13- 
    Jährigen. In Media Perspektiven 2001/4, S. 180.

[4] Sendungen, die auf Information und Orientierung ausgelegt sind.

[5] Dies geht aus den Hitlisten der Stichproben hervor. Hier tauchen Sendungen wie Explosiv oder Exclusiv bei den 10-13jährigen Kindern auf.

[6] „Die Themen der Kinder sind auch dominante Themen der Genres: Krieg in den Nachrichten, Katastrophen – je nach Aktualität – auch; aufsehenserregende Verbrechen, Unglücksfälle oder Brände in Magazinen wie ‚Explosiv’ und vor allem im Reality-TV (vgl. Programmanalyse).“ Helga Theunert: „Mordsbilder“ – Kinder und Fernsehinformation. Berlin 1995, S. 92.

[7] Sascha, 12 Jahre, beschreibt dies folgenderweise: „Ich habe mal gelacht, weil es gibt eine, die heißt Manu, die mag keiner, weil sie so gegen Jürgen und Zlatko ist. Sie sagt, die zwei sollen raus. Die war traurig und das war lustig für die, die Jürgen und Zlatko mögen, also auch für mich.“ „Manu muss raus, weil die so kindisch ist und Jürgen und Zlatko nicht mag.“ „Sascha interessiert die Gruppenbildung im Haus und er ordnet sich jeweils der einen oder anderen zu. Menschen, die nicht in seine Gruppe passen, müssen raus.“ Maya Götz: Die Bedeutung von Big Brother für Kinder und Pre-Teens. In: Maya Götz (Hrsg.): Alles Seifenblasen? Die Bedeutung von Daily Soaps im Alltag von Kindern und Jugendlichen. München 2002, S. 233.

[8] Götz 2002, S. 235.

[9] Maya Götz: Die Bedeutung von Daily Soaps im Alltag von 10- 15-Jährigen. Seifenblasen zwischen „leicht verdaulicher Unterhaltung“ und „ein Raum für sich“. In Televizion 13/2000/2, S. 56.

[10] Götz 2000, S. 59.

[11] „Für die jugendlichen Mädchen wird die Soap zum Teil ihres alltagsästhetischen Stils (im Sinne von Schulze 1993). Aufbauend auf einem angenehmen Erlebnis in der Rezeptionssituation und Folgekommunikation, finden sie in der Serie ihre ‚Lebenseinsstellung’ wieder, die eng mit Jugendlichkeit, Mode, die dies ausdrückt, und mit der Integration in die Peer-Group verbunden ist. Die Trends, die in der Serie zu sehen sind – wie auch in den entsprechenden Mädchenzeitschriften – dienen als Möglichkeit, sich selber in diesem Sinne zu zeigen.“ Maya Götz: Alles Seifenblasen? Die Bedeutung von Daily Soaps im Alltag von Kindern und Jugendlichen. München 2002, S. 276.

[12] „Ab 17.30 Uhr steigt die Fernsehnutzung der Kinder dann kontinuierlich an und verdoppelt sich in den folgenden zwei Stunden, so dass zwischen 18.45 und 20.00 Uhr fast jedes fünfte Kind vor dem Fernseher angetroffen werden kann. Erst ab 22.00 Uhr geht der Anteil der fernsehenden Kinder wieder auf unter 10 Prozent zurück. Der Verlauf ist bei allen drei dargestellten Kinder-Altergruppen [3-5, 6-9 und 10-13 Jahre] gleich, es gilt allerdings: Je älter die Kinder sind, desto später wird der Nutzungshöhepunkt am Tag erreicht, gleichzeitig erhöht sich der jeweilige Anteil der zusehenden Kinder...“. Sabine Feierabend und Walter Klingler: Was Kinder sehen. Eine Analyse der Fernsehnutzung von Drei- bis 13-Jährigen 2001. In: Media Perspektiven 5/2002.

Ausführlichere Informationen zur Lebenswelt der Kinder und ihren Freizeitaktivitäten und –präferenzen bietet u.a. die Studie „Kinderwelten 2000“ von SuperRTL.

[13] „Ab 12 Jahren sind Kinderprogramme kaum noch gefragt.“ Sabine Feierabend und Erk Simon: Was Kinder sehen. Eine Analyse der Fernsehnutzung 2000 von Drei- bis 13-Jährigen. In: Media Perspektiven 4/2001, S. 182.

[14] Vgl. SuperRTL, Kinderwelten 2000

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