Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen
 
 
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Was Kinder Überfordert
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Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen
Eine kritische Debatte tut Not!
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Orientierung in der Alltags- und Lebenswelt

Angebot zu ethnisch-kulturellen Lebensweisen
Soziale Orientierung - 2001
Soziale Orientierung - 2000
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Magisterarbeit Klaus Rummler (PDF)
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Die Welt der Dinge und Ereignisse

Beim Optimismus der Sesame Street...
Medien und Lesekompetenz nach PISA
Lernen mit dem Fernsehen? - 2002
Lernorientierte Programme - 2000

Die Welt der Kultur und der Medien

Was Kinderfernsehen Lustiges zu bieten hat (PDF)
Ordnungs- und Klärungsmöglichkeiten
Medien- und Genrekompetenz
Magisterarbeit Judith Seipold (PDF)

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2004
2003
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Bestandsaufnahme zum Kinderfernsehen 2002
Clemens Lambrecht

Lernorientierte Programme - von wem für wen?

Anfang 2003 hat die Sesamstrasse ihren 30. Geburtstag gefeiert. Die „Sendung mit der Maus“ ist schon seit dem Jahre 2000 Jahren kein Twen mehr. Die Liste der schon seit mehreren Kindergenerationen bestehenden Formate lässt sich bequem verlängern: „Löwenzahn“ (seit 1978 [1] ), „1-2 oder 3“ (seit 1974, erst als Räuber und Gendarm, dann als Dreiländerspiel), „Siebenstein“ und „Logo“ (beide seit1988) „Es war einmal ... Das Leben“ (seit Ende der 80er Jahre) und sicherlich gibt es noch viele mehr. All den genannten Formaten ist gemein, dass die Idee vom Lernen mit dem Fernsehen ein tragendes Element des Konzeptes ist. Es gibt also in Deutschland eine langjährige Tradition von Lernen mit dem Fernsehen. Neben den altbekannten Formaten gibt es aber besonders in den letzten Jahren auch viele neue! Da sind z.B.

Was ist was TV, das sich an die bekannte Kinder- und Jugendbuchreihe anlehnt,
Klugbeisser, in dem Thomas Schmelzer je eine eingesandte naturwissenschaftliche Frage der zusehenden Kinder in drei Minuten beantwortet,
die Kunst- und Bastelsendung Art Attack, in der Anleitungen zur künstlerischen Herstellung oder zum Verschönern von Alltagsgegenständen gegeben werden, die zum Ende der Sendung noch einmal zusammengefasst werden,
„Wissen macht Ah!“, ein moderiertes Magazin, das ähnlich wie die Sachgeschichten der Sendung mit der Maus naturwissenschaftliche und technische Fragen erläutert,
ein weiteres Magazin zu Natur, Technik und Gesellschaft: „Null-Acht-13“ und
die Trick Boxx, ein Magazin rund um die Technik und Vorgänge beim Entstehen von Fernsehsendungen.

Diese wenigen Sendungen sollen stellvertretend für viele weitere stehen, die in den letzten Jahren neu entstanden sind.
Die meisten Sendungen richten sich an Vor- und Grundschulkinder, da geht es zum Beispiel um Zahlen und Buchstaben, um Technik und Tiere. Themen von älteren Kindern und Jugendlichen werden selten aufgegriffen. Daher haben die Sendungen auch bei den kleineren Kindern (besonders bei den 3-5jährigen) die höchsten Sehbeteiligungen. Lernen mit dem Fernsehen ist also eher Sache der Kleineren. Die 10-13jährigen Jungen und Mädchen schauen höchstens noch Die Sendung mit der Maus oder das Wissenschaftsmagazin Galileo.
Aus schulischer Sicht befassen sich die meisten Sendungen mit Themen aus den Naturwissenschaften (vor allem Biologie, Physik, Chemie). Daneben gibt die Sesamstrasse, die Vorschülern Schreiben, Zahlen und Rechnen näher bringt. Ein bisschen Geographie, Gesellschaftslehre und Politik finden sich in den Kindernachrichtensendungen logo und Schau mal. Aber die große Mehrzahl der Sendungen befasst sich mit naturwissenschaftlichen Themen.
Interessant ist, dass die meisten neuen, aber auch viele bekannte Formate in Form von Magazinen aufgebaut sind.

Magazine und andere Sendungsformen

In diesen Magazinsendungen wechseln sich Sequenzen mit meist curricularen Lerninhalten und Unterhaltungselemente ab. Innerhalb dieser Unterhaltungselemente werden Themen der sozialen Orientierung oder weiter gefasst des sozialen Lernens behandelt. Wenn die Chance ergriffen wird, in den Rahmenhandlungen das Thema der lernorientierte Sequenzen zu integrieren (z.B. lustige Geschichten zu diesem Thema), so haben die Zuschauenden die Möglichkeit noch einmal über das gerade Gesehene nachzudenken und es aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, oder es zusammenzufassen oder anzuwenden; sie können sich aber auch einfach entspannen. In diesem Sinne sind gerade in der Sesamstrasse auch die Zwischenelemente mit den Muppets lehrreich, auch wenn sich die Sesamstrasse selber in erster Linie als Unterhaltungsprogramm sieht. Ein weiterer Vorteil des Magazinformats sind die kürzeren Handlungs- und Spannungsbögen und die dazwischenliegenden Erholungsphasen, was gerade den Sehgewohnheiten der kleineren Kinder nahe kommen.

Gerade bei der Sendung mit der Maus zeigt sich zudem die Flexibilität der Magazinform, immer neue Geschichten werden in die Sendung integriert und oft werden sie so erfolgreich, dass sie sich verselbständigen. Beispiele dafür sind sicherlich die Janosch-Geschichten, allen voran Bär und Tigerente, „Käpt‘n Blaubär“ und „Lars, der Eisbär“, deren hoher Bekanntheitsgrad sich nicht zuletzt auf die Zeit in der Sendung mit der Maus gründet. Ohne die Rahmengeschichte verändern zu müssen, kann so ein stetiger Wandel erfolgen, der die Programme attraktiv hält. So ist auch aus dem „Pumuckl“ nun ein Magazin geworden.

Neben den Magazinen gibt es noch Sendungen, in denen Lerninhalte in fiktionalen Geschichten eingewoben sind. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Zeichentrickserien Es war einmal ... Das Leben und Es war einmal ..., in der verschiedene humanbiologische, naturwissenschaftliche und historische Zusammenhänge als eine Art Abenteuergeschichte erzählt werden. Ein neueres Beispiel für Lerninhalte innerhalb einer fiktionalen Geschichte ist die computer-animierte Serie Kleine Planeten in der Bing und Bong (nicht speziefizierbare Wesen) jedes mal zu Anfang vom Sofa in ihrem Wohnzimmer auf eine Reise ins Weltall starten. Dort lösen sie kleine Aufgaben, die sie am Anfang gestellt bekommen. Dabei sollen sie meist den fremden Bewohnern der fremden Planeten helfen. Am Ende werden sie von einem langen Gummiseil wieder zurück in ihr Wohnzimmer gezogen. Diese Sendungen sind nur ca. 5 Minuten lang. Nach einem Trailer wird meist eine zweite Geschichte aus der Serie ausgestrahlt.
Es gibt noch einige wenige kurze Spots, die weder in die Kategorie der Magazine noch zu den fiktionalen Geschichten zählen. In ihnen wird ein einzelner Sachverhalt oder eine Frage eingehender erläutert. In der drei Minuten Sendung Klugbeißer klärt der Moderator z.B. anhand eines einfachen Versuchs, warum ein vom Tisch fallendes Brot meist auf der Butterseite landet.

 

Lernen?

Ich habe bis jetzt vermieden, den Begriff „Lernen“ näher zu definieren und habe mich nur auf das Alltagsverständnis von Lernen im schulischen Sinne gestützt. Das ist auch ein wichtiger Teil des Lernens mit dem Fernsehen.
Daneben wird immer der Aspekt des sozialen Lernens hervorgehoben, Kinder sollen gesellschaftliche Umgangsformen, Normen und Konfliktlösungs-Strategien lernen. Der Bär im großen blauen Haus z.B. ist eine Serie, in der es explizit um diese Kompetenzen geht.
Viel größer, undurchschaubarer aber wichtiger, gerade für die größeren Kinder ist das Angebot von Sendungen, in denen Orientierungshilfen für ein Leben in unserer Gesellschaft als kaum-reflektierter Bestandteil des Programms auftauchen. Dazu gehören neben Talk-Shows, Real-Life-Formaten, Soaps und Sitcoms, in denen gesellschaftliche Normen und Tabus vermittelt und bestätigt werden, auch unscheinbarere Programmelemente wie Trailer und Werbung. Beim Thema Lernen denken die wenigsten an die Werbung, an der wir uns jedoch tagtäglich orientieren (auch wenn das niemand zugibt). Die Werbung bildet Relevanzstrukturen, die sich in vielen Trends und Szenen widerspiegeln. Gebrauchsgegenstände werden so zu Zeichen und Marken zu Schutzpanzern, mit denen das Individuum gegenüber gesellschaftlichen Gruppierungen abgrenzen oder zugehörig fühlen kann. Den zugehörigen Rahmen lernen viele in der Werbung oder im übrigen Lifestyle-Programm - was tragen die Stars? usw. Die Marken ersetzen damit, was vor weniger Zeit noch politische, religiöse und philosophische Ideen zur Persönlichkeitsbildung beitrugen, sagt Klaus Hurrelmann. Damit ändert sich auch die Art und Weise mit der das Wissen um diese Zusammenhänge vermittelt wird. Im Mittelpunkt stehen nicht Schulunterricht, Kirche und Familie, sondern Schulpausen, Peer-Groups und Single-Issue-Gruppierungen, wie Szene-Gruppen.

Fasst man jedoch in einem Rahmen wie in dieser Programmanalyse Lernen als Orientierungsprozess in unserer Gesellschaft oder der Prozess der Konstruktion der individuellen Lebenswelt oder Wirklichkeit auf, so wie dies die Konstruktivisten tun, dann wird die Meinung, wann ein Programm eine Lernorientierung besitzt, höchst individuell und damit beliebig. Ein Junge zählte in einer Befragung von Dr. Norbert Neuß Dragon Ball Z zu den Programmen, in denen er etwas lernt, denn er lerne dort „kämpfen“, so wie ein Mädchen aussagt, dass sie bei Traumhochzeit heiraten lerne. Wirklich befriedigend ist die allgemeine Aussage „Jeder kann im Fernsehen etwas lernen - und fast jeder Inhalt kann individuell lernorientiert erscheinen“ aber nicht. Um in dieser Beliebigkeit noch sinnvolle Aussagen machen zu können, bedarf es einer Beschränkung.

 

„Lernorientiertes Programm“

Als lernorientierte Sendung bezeichne ich im Folgenden nur Sendungen, bei denen die Lernidee im Zentrum des Konzepts der Sendung steht. Es sollte eine pädagogische Grundidee zumindest erkennbar sein (auch wenn sie nicht intendiert sein muss). Des weiteren soll an erster Stelle steht nicht wie bei den Nachrichten eine reine Informationsdarbietung stehen oder wie bei Wer wird Millionär meist nur eine Wissensabfrage, sondern es geht vielmehr darum, Verknüpfungen herzustellen und Zusammenhänge durchschaubar zu machen, um das Konzept der Welterklärung. Diese Welterklärung kann zum Beispiel in die Bereiche Technik, Leben der Menschen, Tiere, Pflanzen, Geografie, Handwerk, Sport, Verkehr, Gesundheit und Medien einführen.

Daneben gibt es noch den Bereich der expliziten Hilfen zur Lebensbewältigung. Hierzu gehören z.B. die Sondersendungen für Kinder (zum Beispiel logo), die sich mit der Aufarbeitung des Anschlags vom 11. Septembers beschäftigt haben.

An wen richtet sich das lernorientierte Programm?

33% des Programms der Stichprobe richtet sich explizit an Kinder, diese Sendungen genügen den Werberichtlinien der Rundfunkstaatsvertrags und werden hauptsächlich auf Kindersendern (z.B. dem Kinderkanal) oder in speziell ausgezeichneten Kinderflächen (z.B. tivi, toggo, toggolinoa usw) ausgestrahlt. Das ist natürlich weit mehr, als ein normaler Programmdurchschnitt, aber da der Fokus des Projektes auf der kindlichen Sicht auf das Programmangebot liegt, wurde die Auswahl der Stichprobensender und -zeiten auf kindliche Nutzung ausgerichtet - daher der hohe Porzentsatz expliziten Kinderprogramms.

Die meisten Sendungen mit lernorientiertem Inhalt der Stichprobe 2002 werden in diesem expliziten Kinderprogramm ausgestrahlt, für Erwachsene gibt es wenige explizite Lernangebote.

Während ein Drittel des Kinderfernsehens die Kinder zum Lernen animieren will, versuchen dies nicht mal 2% des restlichen Programms. Kinderfernsehen ist also zu einem guten Teil Programm zum Lernen, während Erwachsenenfernsehen (Nicht-Kinder-Fernsehen) eher der Informationsvermittlung und der Unterhaltung dient. Lernen mit dem Fernsehen scheint aus der erwachsenen Sicht der Programmmacher also eher eine Sache der Kinder zu sein.

 

Wer sendet?

In unserem dualen Fernsehsystem drängt sich nun die Frage auf, wer sich um das Lernen mit dem Fernsehen bemüht. Dabei zeigt sich, dass 22% der aufgezeichneten Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sender eine Lernorientierung haben, während es bei den privaten Anbietern nur 4% sind. Natürlich hängen auch diese Zahlen mit den Aufnahmezeiten und den aufgezeichneten Sendern zusammen. Einen großen Einfluss hat der Kinderkanal, der noch vor SuperRTL die meisten lernorientierten Programme ausstrahlt. SuperRTL zeigt fast alle privaten Angebote. Auch die Beschränkung der Aufzeichnung der Dritten Programme der ARD auf das Kinderprogramm tragen einen Teil zum Vorsprung der öffentlich-rechtlichen Sender bei. Ohne die Dritten liegt der Anteil aber immer noch bei über 17%, somit ist die Tendenz auf jeden Fall deutlich. Das spiegelt sich auch in der zeitlichen Verteilung des Angebots wider.

Die orangen Balken symbolisieren die Angebotes aller privaten, die gelben die aller öffentlich-rechtlichen Sender. Zusammengenommen zeigt sich ein fast lückenloses Angebot von lernorientierten Programmen von 6.00 bis 19.00 Uhr. Zum Zeitpunkt der Stichprobe sendete der Kinderkanal nur bis 19.00 Uhr, Dies hat sich ja erfreulicherweise mit dem Start ins Jahr 2003 geändert. Lernbegierige Kinder haben also immer die Möglichkeit ein lernoreintiertes Programm zu finden. Am Sonntag ist am meisten Zeit fürs Fernsehen und so überrascht es nicht, dass sich die meisten lernorientierten Sendungen mit hohen Sehbeteiligungen am Sonntag laufen.

3-5-Jährige 6-9-Jährige 10-13-Jährige
Die Sendung mit der Maus Pepper Ann Galileo
Löwenzahn Die Sendung mit der Maus Die Sendung mit der Maus
Die Sendung mit der Maus Die Sendung mit der Maus Pepper Ann
Rudis Tipp Löwenzahn  
Löwenzahn Rudis Tipp  
Siebenstein Pepper Ann  
Pepper Ann Oswald Oktopus  
Pepper Ann Pepper Ann  
Tabaluga tivi Käpt'n Nobart und die Piratenbande  
Tabaluga tivi  
Oswald Oktopus    
Teletubbies    
Tweenies    
Alfred J. Kwack    
Rudis Rabenteuer    

Wer sieht zu?

Dazu gehören unter anderem Die Sendung mit der Maus, Löwenzahn, Rudis Tipp, Siebenstein, Tabaluga tivi, Oswald Oktopus und die Teletubbies, die alle in den Top 50, der meistgesehenen Sendungen der 3-5 Jährigen (in der Stichprobe) platziert sind. Bei den 6-9 Jährigen nimmt die Anzahl der vielgesehenen Sendungen mit lernorientiertem Inhalt schon ab, viele 10-13 Jährigen schauen aus dem Kinderprogramm zum Lernen nur noch die Sendung mit der Maus und Pepper Ann. Gerade beim Betrachten der Sehbeteiligungen der Sendung mit der Maus oder Sesamstrasse fällt auf, das hier nicht nur Kinder zusehen. Beim Vergleich der Sehbeteiligungen der einzelnen Altersgruppen entsteht das Bild einer Familie.

Die Familie vor dem Fernseher

Der Anteil der erwachsenen Zuschauern von fast drei Vierteln bei der Sendung mit der Maus, Löwenzahn und Wissen macht Ah! besteht sicherlich zum Teil aus Erwachsenen, die durchs Programm zappen und bei diesen für alle Altergruppen interessanten Sendungen hängen bleiben. Aber diese hohen Zahlen legen die Vermutung nahe, dass die Rezeptionssituation auch einer gemeinsam schauenden Familie entspricht. Dies deutet auf zwei wichtige Funktionen hin. Erstens wollen auch Erwachsene etwas über ihre Alltagswelt in verständlich Worten erklärt bekommen und zweitens sind diese Sendungen Beispiele für unproblematische, integrative Programme, die in der zuschauenden Familie ein gemeinsames Fernseherlebnis entstehen lassen. Um neben den positiven Aspekten noch auf ein Problemfeld hinzuweisen, betrachte ich noch einmal kurz die Frage

Wer erklärt den Kindern die Welt?

Im Vergleich zu meiner ersten Untersuchung zu diesem Thema im Jahre 1999 gibt es im Stichprobenprogramm 2002 mehr gemischtgeschlechtliche Erzähler/Moderatoren- und Protagonistenteams, allerdings gibt es gerade im Bereich der Orientierung gebenden Sendungen weiterhin kaum einzelne Moderatorinnen oder Protagonistinnen.


Diese Diskrepanz verschärft sich noch, wenn man auf die Präsentation der Wissensinhalte direkt eingeht. Die meisten Off-Stimmen, die lernorientierte Elemente begleiten sind männlich und in Teams werden die Lerninhalte öfter über die männlichen Kollegen dargestellt. So entsteht leicht der Eindruck einer männlichen Wissenschaft. Diesem Trend sollte dringend entgegengewirkt werden. Allerdings sollte man den Frauen ihre Kompetenz wirklich abnehmen und sie nicht als „aus-dem-Teleprompter-Texte-Ablesende“ inszenieren.

Fazit:

Neben der reinen Informationspräsentation sollten auch die Zusammenhänge die hinter den politischen Aussagen und Taten, Naturereignissen aber auch einfachen Dingen aus dem Alltagsleben stehen, verständlich dargestellt werden. Diese Zusammenhänge und Beziehungen müssen Kinder verstehen, um die Informationen richtig einordnen zu können und damit sie mit ihrer Alltags- und Lebenswelt in Verbindung zu bringen. Das ist die Grundvoraussetzung für ein längeres Behalten. Dazu ist es auch wichtig Strategien zu vermitteln, wie man sich selbst diese Orientierungshilfen organisieren kann. Ein Beispiel wäre hier Kratts Safari aus der Stichprobe 2001. In diesem turbulenten Magazin versucht die junge Protagonistin sehr vereinfacht im Studio mit Hilfe von Computer und Büchern sich einem Thema anzunähern. Ein Außenteam, bestehend aus zwei Männern, wird von ihr gesteuert. Dabei gibt es immer wieder Sachgassen und eine neue Strategie wird erforderlich. So wird aber einer Frustration beim eigenen Lernen vorgebeugt, denn dies verläuft keineswegs so gradlinig, wie dies meist suggeriert wird. Durch den vermittelten Spaß am Lernen nur z.B. bei Löwenzahn, Pepper Ann, Wissen macht Ah! und der Sesamstrasse wird der Lernbegriff emotional positiv besetzt. Die Auswirkungen eines positiven Lernverständnisses auf die höhere Lernmotivation in der Schule, die besseren schulischen Leistungen und die Einstellung zum Lesen hat u.A. Anderson [2] untersucht.


[1] Daten aus Erlinger, Hans Dieter (Hrsg.): Handbuch des Kinderfernsehen, 1998

[2] Anderson, Daniel R.: Kinderfernsehen und Schulleistung. In: TelevIZIon 11/1998/2

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